A l s o – d i e S u c h e n a c h d e r S e e l e

Wenn ich das richtig verstanden habe, ist Substanz in Form gebrachte Energie. Die erste Form ist der Kreis, in dem Energie um einen Kern, der selbst nur Energie ist, kreist – das Atom. Der eigentliche Urknall war es, als dieses Kreisen begann. Auch, wenn im Subatomaren Bereich formal Willkür herrscht – also keine ablesbare Form sich bildet, so ist nicht ausgeschlossen, dass auch hier schon Kreise – Formen – entstehen und nicht erst, wenn ganze Atome beginnen Moleküle und die Moleküle beginnen, Muster zu bilden. Nach der Vorstellung von der immerwährenden Verwandlung kann nicht der Knall das entscheidende sein – sondrn FORM oder nicht, und das IMMER – und nicht einmal, denn EINMAL gibt es nicht!
Mir fehlt die Information, wie es zu der Außenwirkung der Atome kommt. Jedenfalls haben sie ein -spezifisches – Gewicht: Wirkende Schwerkraft. Schon die klassische Physik unterscheidet um die hundert Atome nach ihrer Schwerkraft, ihrer latenten Energie. Bilden sie damit die Moleküle? Oder gehen noch andere, aktivere? Energien vom Atom aus, verlassen die kreisförmige Bewegung, verhalten sich linear? Jedenfalls bilden Atome mit ausgewählten Atomen, die andere spezifische Gewichte haben, Moleküle. Beginnen die Atome erst, wenn sie zu Molekülen zusammengeschlossen sind, für uns greifbar zu werden? Als Wasser oder als Diamant? Wenn es in dieser SUBSTANZIELLEN Welt Seele gibt, haben auch Wasser und Diamant Seele!?! Nein, das muss nicht sein! Schon die Atome haben außer ihrer ENERGIE noch etwas: ihre FORM, ihre GESTALT. Seele kann Bestandteil der Form sein – nicht eine Eigenschaft der Energie/Substanz. Solange wir es nicht besser wissen, solange wir keinen Grund haben, es anders zu entscheiden: SEELE ist FORM! Und Form hat Seelenkraft wie Substanz Schwerkraft. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist eines – die Schwerkraft – noch so rätselhaft, wie das andere, die Seelenkraft. Auch wenn die Frage offen bleibt, was IST Schwerkraft, was IST Seelenkraft, kann man fragen: Was WIRKT Schwerkraft, was WIRKT Seelenkraft? Also: Wie wirkt Form unabhängig von Energie/Substanz, den materiellen Qualitäten der Welt? Atom wurde, als Energie um Energie zu kreisen begann – begann, sich in der Form des Kreises zu bewegen! Kommt also der Form – hier der Form des Kreises – konstituierende Bedeutung zu? Oder ist die Form immer das BEWIRKTE, hat selbst keine Wirkung? Hat die Energie den Kreis geschaffen? Auch wenn der Satz gilt: „Am Anfang war die Kraft“, Fortgang nahm die Sache erst, als die Kraft in Form . . . wenn ich jetzt das richtige Wort wüsste: in Form kam? Form wurde? Form fand? Wenn das letztere richtig ist: „Die Energie fand die Form!“ so war die Form – immateriell – vorher schon da – und lässt die Möglichkeit offen, die a-priori vorhandene Form „GOTT“ zu nennen. Wenn aber die Energie in richtungs- d.h. formlosem „Brodeln“ auf einmal eine WIRKUNG entfaltete, als nämlich eine Energie um die andere zu kreisen begann – die Kreisform bildete! – ist insoweit für Gott kein – auf jeden Fall kein zentraler – Platz, denn die Wirkung, hier die Bildung eines Atoms, war schon geschehen und hatte eine Form gebildet – und alles andere folgt daraus. Und alles andere folgt daraus! Nicht nur Wasser und Diamant. Ist diese „Erkenntnis“ nun reines Wortgeklingel? Hat das Konsequenzen, wenn man befindet, das SEELE zur FORM, zur Gestalt der Welt und nicht zu ihrer SUSTANZ gehört?
11.10.2014 Erster Versuch Ich sitze hier am Meer, ich sehe das Meer und höre die Brandung rauschen – ich sehe tiefes Graublau, heller konturiert: geformtes Wasser wie ich es so oft schon sah, immer GLEICH? Nein, immer verschieden – ständig wechselnde Form im Rahmen eines engen Kanons, Form der gleichen Energie/Substanz, Wasser – Formen des Wassers. „Was will uns der Künstler damit sagen?“ Form ist auch im instabilen Zustand FORM – Seele auch? Die Formen der Energie/Substanz Welt sind in unaufhörlichem Wechsel begriffen, manchmal langsamer Wechsel, manchmal schneller Wechsel, nie ohne Veränderung! Seele auch? Der Formenkanon in dem sich das (Meer-)Wasser verändert, was hat es damit auf sich? Bildet Milch die gleichen Wellen wie Wasser? Bildet Eisen die gleichen Kristalle wie Kalzium, als Diamant? Nein, Form hängt mit der Energie/Substanz, die eben diese Form bildet, zusammen – wie auch immer dieser Zusammenhang organisiert ist. Ja, man kann, entsprechende Kenntnisse vorausgesetzt, von der Form auf die Substanz schließen (was falsche Schlüsse nicht ausschließt). Gilt das für Seele auch? Ist die Form allein von der Energie/Substanz abhängig? Legen wir der Erwägung nicht Atome sondern Moleküle, deren Zusammenschluss, zu Grunde. Bei diesem Zusammenschluss können dritte Kräfte, andere Energien, mitwirken: Katalisatoren zum Beispiel, die dabei sind, dabei sein müssen, aber das Resultat nicht ändern, keinen Einfluss nehmen auf die Form (noch die Substanz) der entstehenden Moleküle. Erst mit dem Beieinander vieler Moleküle entsteht für uns beobachtbare Materie, die unseren Sinnen direkt zugänglich ist – als Form. Etwas forsch ausgedrückt: Das Wasser bildet keine Wellen, sondern das Meer. Und auf das Meer wirken weitere Kräfte, Energien/Substanzen wie die sich bewegende Luft, der sich den Wellen entgegenstellende Stein, Kräfte, die die Form, in der wir das Meer sehen, verändern – aber sie verändern nicht die Energie/Substanz des Wassers: H2O – bis hin zu Nebel, Dunst. All das bewegt sich im Rahmen des Kanons, der dem Wasser eigentümlich ist, bis hin zum hoch aufspritzenden Gischt, wenn die Welle den Stein trifft. Gleichen die Seelenspiele den Wasserspielen?
13.10.2014 Zweiter Versuch Und alles andere folgt daraus. Ich zitiere (wen?) „Denn jede Herstellung ist auch eine Darstellung.“ Aber stell Dir vor, da ist eine Form, und keiner schaut hin, Töne und keiner hört hin, keiner tastet die Figur ab! Da ist Seele – und keiner weiß! Ja, unabhängig davon, ob es beobachtet wird: Solange Protonen um Neutronen sich in einer bestimmten Geschwindigkeit in Form des Kreises bewegen, bleibt das Atom stabil: IST ES. Form zu haben ist eine Eigenschaft der Energie/Substanz, eine Eigenschaft wie die Geschwindigkeit mit der die Protonen sich bewegen – nicht mehr! Ist dann SEELE auch nur eine Eigenschaft, die die Materie so mit sich bringt? Ende des zweiten Versuches.
Noch am 13.10.2014 Dritter Versuch Da, wo keine Energie/Substanz ist, ist nicht etwas anderes, sondern NICHTS! Kälte ist nur die Abwesenheit von Wärme, Dunkelheit die Abwesenheit von Licht (ist vielleicht das Böse auch nur die Abwesenheit von Güte?) Stille ist die Abwesenheit von Geräuschen und so weiter – und Tot die Abwesenheit von Leben. Form als Eigenschaft eines Produktes, das durch einen Prozess entstand – das ein Prozess ist! – es ist nur durch diesen Prozess. Strukturlose, richtungslose Energie (ein schwarzes Loch?) ist nur, wo keine Form ist. Verfolgen wir die Entwicklung weiter: Atome bilden Moleküle, Moleküle fügen sich (?) zu Chlustern, ja, zu Mustern – Formen herstellend, darstellend. Diese Muster haben eine Eigenschaft, sie reproduzieren sich, sehr – sehr oft. Bei den Reproduktionen entstehen Abweichungen: „Fehler“: Es entstehen neue Muster. Sie entstehen selten – aber summieren sich bei Billiarden von Reproduktionen zu Mutationen, Chancen für Leben. Und es entstand LEBEN! Es entstand in noch rein chemischen, präbiotischen Prozessen der Musterbildung hin zur Entstehung der biotischen Natur – bis hin zu uns (und darüber hinaus?). Die Energien, die diese vielen Veränderungen auswirken, beginnend mit der Molekülbildung und der ersten Teilung dieser Moleküle, ihrem Weg der Reproduktion – denn jede durch Teilung entstandene Hälfte bildet erneut das ganze mit dem Ursprungmuster identische Muster! – dass sich wieder teilt, ad infinitum – abgesehen von den dabei entstehenden Fehlern. Und auch die fehlerhaften Muster teilen sich weiter! WIE diese Fehlerhaftigkeit weiterführt zum biotischen, zum Leben, fand ich nicht, für mich nachvollziehbar, dargestellt. Wohl aber fand ich, dass die Gestalt, dieses alles integrierende Phänomen, konstituierende Bedeutung hat. Gilt das wohl gleichermaßen für alle Gestalt? Wenn sich, noch im chemischen Bereich . präbiotisch – Muster bildeten, musste es da nicht eine Auswahl geben? War das Kriterium vielleicht die Harmonie, war das Kriterium nicht vielleicht zu diesem Zeitpunkt schon die – SCHÖNHEIT?
Unsere Genese hat in uns die Fähigkeit, Eindrücke zu empfangen, zu verarbeiten und sich davon verändern zu lassen, entstehen lassen. Ob es zur Veränderung kommt, ob diese je nachdem stärker oder schwächer ausfällt? Wonach richtet sich das? Wonach richtet sich die Evolution, wenn sie zwischen mehreren Optionen wählt, wonach die Biene, wenn sie Blumen „sortiert“? Richtet sie sich vielleicht nach der FORM, der Gestalt. Sollte die Harmonie, sollte die Schönheit der Entwicklungsmaßstab über alle anderen Maßstäbe sein? Die Genese hat in uns den Sinn für Schönheit gelegt! Dieser Sinn lässt uns erleben und von dem Erlebnis bewegt werden, dass alle Naturgestalt und auch vieles, das Menschen gestalten, SCHÖN wirkt auf uns – in seiner unerschöpflichen Vielfalt SCHÖN ! Survival oft the most beautyful?
Mein Schluss daraus? Mein Schluss daraus ist wieder eine Frage: Ist diese Schönheit der Welt, in der wir leben dürfen, die S E E L E, die wir gesucht haben, die Schönheit , zu der alle Schöpfung führt – gesehene, gefühlte, gehörte, gelebte Schönheit . . . ODER?
Für Natalie Thomkins von Eberhard Kulenkampff zum 6.1.2015