Malen am Wasser

Repro2006 007

M a l e n    a m    W a s s e r

 Mit Wellen, ohne Wellen, neblig, Sonne von vorn, von hinten, spiegelnd, glatt, gischtendes Brausen. Kaum jemand badet Ende Februar schon im Pazifik – die Wellen sind schonungslos hart wie die des Atlantik an der portugiesischen Küste – aber malen kann man  sie gut vom windgeschützten Balkon des Motels aus mit dem ganzen Gewimmel am Strand.

Auch aus der heißen Sonne Sansibars habe ich mich oft auf die schattige Terrasse des „Ocean Lodge“ – Hotels mit seine drei Gästezimmern zurückgezogen: die schwarzen Jungs direkt hinter mir, dann die größeren, auch einige  Männer – staunend wie „ihr“ Fisch auf der Leinwand wieder erstand, murmelnd, lauter – bis ich sie verscheuchen musste weil das Geschnatter überhand nahm.

So schön die Einzelstimme ist: Der Fischer hat sein Segel aus alten Reissäcken  gehisst und den Einbaum – selbst mit dem Beil aus dem Holz geschnitten –  in´s Tiefere geschoben bis die steigende Flut ihn flott gemacht hat und nun steht er darin, andere mit ihren Booten schon voraus: da klingen ihre Rufe im vokalreichen Kisuaheli über das Wasser wie Musik in Rede und Antwort weit draußen.

Ganz anders auf Thailands Inseln. „Ressorts“ bieten dem Touristen ihre kleinen Hütten, drei mal drei auf Pfählen, die Sonne scheint von allen Seiten durch das Bambusgeflecht, dazu 70/70 das Waschduschkloh – Gekkos liegen auf den Balken regungslos und schauen Dich an. Morgens, Mittags, Abends: Reis und Gemüse, manchmal Fisch. Schnorcheln bei Flut (nach zehn Wochen sahen wir immer noch mal einen neuen Fisch, der sich uns noch nicht gezeigt hatte ) und dazwischen Malen.

Auch bei den „Seezigeunern“ (Thailändische „underdogs“) die völlig für sich mit vielen Kindern in wenigen malerischen Hütten leben – keine sprachliche Verständigung aber Kokosnüsse frisch vom Baum,daumennagelgroße Austern mit kleinen Hämmerchen frisch von den Klippen gepickt wenn diese bei Ebbe aus dem Wasser ragen, – am nächsten Tag haben wir den Kindern kleine Geschenke mitgebracht.

Zweimal haben wir den Berghügel überquerend – schweißnass wie in der Sauna – das Westufer erreicht über wesentlich größeren Korallen in noch phantastischeren Formationen geschwommen; jemand erzählte, wie eben dort drei Haie um ihn herum seien und dann in´s offene Wasser – er, heil, an Land zurück.

Ein Drama war´s aber keine  Tragödie als Eberhard sich mit Spucken und Durchfall hinlegte, nachts sein Leben Revue passieren ließ so das ich Mister EY mit seinem „longtailboat“  beschwor uns schnell (die Fahrt dauert eine Stunde, E. weiß wie die Wand hängend auf der Rückbank)  zur Küste zu bringen, Taxi zum Krankenhaus. Schon in der Eingangshalle ließ der Arzt einen Tropf installieren, der in 24 Stunden  dreieinhalb Liter Salzlösung in die Adern tröpfeln ließ plus einige „harte“ Tabletten – nach 24 Stunden wurde er geheilt entlassen.

Im weitläufigen Marktgebiet Trangs mit den exotischen Angeboten undefinierbarer Speisen und einigen lustigen Aufklärungsgesprächen wurde mir die Zeit nicht lang.

Alle Bilder dort sind entstanden zwischen Sand und Meer – Strand war d a s Thema. Jeweils abends oder morgens, die Sonne vor mir oder im Rücken, die wildzerklüfteten Kalkfelsen, die aus dem Meer ragen mal als scharfe Kontur mal malerisch ausgeleuchtet im vollen Nachmittagslicht, das Meer wechselnd in allen Pastelltönen schimmernd, oft wie Perlmutt changierend – weit hinten am Horizont von der Kante des Festlandes gesäumt.

Und mittags, abends, morgens: „ fried rice and fish“ zehn Wochen lang. E. bestellt „lemonjuice“, – „Me too!“ – Wir bekamen drei!

 Berichte von Malreisen nach San Diego, an die Algarve und nach Santa Lux (nördlich Lissabon) nach Page auf Sansibar, Kho Ngai im Süden Thailands