Rom Empfehlungen

Rom   –   Empfehlungen zum Besuch einer unerschöpflichen Stadt

Am Ponte Milvio entschied der Sieg in einer Bruderschlacht über den Charakter, den diese Stadt für Jahrtausende angenommen hat: Constantin, römischer Kaiser wie viele vor und nach ihm, hatte – dem Rat seiner Mutter folgend oder einem Traum –   Banner mit dem Kreuz vorantragen lassen – der Sieg war sein. So wurde er „Christ“ und mit ihm automatisch „sein Volk“: das römische Reich mit allen die darin lebten – einschließlich Rom selbst.

(Ende der Christenverfolgung: 311 durch Edikt des Galerius, Christentum als Staatsreligion: 380 durch Theodosius.)

Die, die das Kreuz zum „Feldzeichen“ und dann zum „Logo“ der „Kirche Christi“ machten haben die Stadt am Tiber auf ihren „sieben Hügeln“, mit ihren Tempeln, Thermen und Theatern, die man noch heute durch die (Triumpf-) Tore in den alten Mauern betritt, zu ihrem Ort gemacht, einem Ort, an dem „einige Häuser zwischen den Kirchen“ stehen – nicht umgekehrt, wie anderswo. Aber es lohnt sich, in jede hineinzuschauen, wenn sie grad offen ist Ständig geöffnet sind nämlich nur einige Großkirchen – aber was wäre Rom ohne die vielen anderen? Das heißt: Du musst auf jeden Fall viele Wege gehen in Rom!

Wo beginnen?

Fange doch dort an, wo der Übergang vom vorchristlichen zum christlichen Bauen   am direktesten nach zu vollziehen ist, etwa zwischen dem Kolloseum und dem Tiber rund um das lang gestreckteGrün des „ CIRCUS MAXIMUS“ . Wenn Du am VESTATEMPELund dem benachbarten Tempel der FORTUNA VIRILIS“ noch einmal die klassischen Formen des hellenistischen Bauideals aufgenommen hast, steige hinauf zu SANTA SABINA um die räumlich schönste der frühen Kirchen zu sehen – und vergiss nicht die Türen mit ihren Reliefarbeiten – man braucht beides: den Raum und die Reliefs als Masstab für das Kommende: den Weg wieder hinab zu ST. MARIA IN COSMEDIN, wieder hinauf zu ST. SABA, wieder hinunter an den gewaltigen Ruinen der Thermen des Caracalla vorbei zu ST. MARIA IN DOMENICA und ST. STEFANO ROTONDO – durch die Via Celiemontana zu ST. CLEMENTE (mit der Kapelle an deren Ausschmückung Massacio mitwirkte) und der geheimnisvollen Unterkirche weiter zu PIETRO IN VINCOLO mit Michelangelos “MOSES” und zu ST. MARTIN IN MONTE auf dem Colle Oppium – dem der drei Esquilin-Hügel in dessen Tiefe das „DOMUS AUREA“ des Nero als „Grotte“ entdeckt wurde und Raffael und alle die ihm folgten zu den „Grotesken“ anregte.

Auf dem Weg zurück in´s republikanische und kaiserliche Rom, auf Wanderungen zwischen den zerbrochenen Tempeln des FORUM ROMANUM und des PALATIN kannst Du noch S.MARIA ANTIQUA aufnehmen. Während diesen Kirchen noch in wesentlichen Teilen ihre ursprüngliche Gestalt des Raumes und vieler Details erhalten blieb, sind in den meisten anderen bis in´s 11.Jahrhundert errichteten die späteren Änderungen dominierend und – abgesehen von Einzelheiten, zu denen recht häufig die sehr lebendigen „KOSMATEN“ – Fußböden mit ihren Mosaikbändern und –formen und nicht selten Mosaik, seltener frühe Fresken gehören, in ihnen nicht mehr die „alten Räume“ zu sehen.

Spätestens jetzt musst Du drei weitere Bauten dieser ersten christlichen Bauphase zu sehen versuchen: ST.PRASSEDE mitMosaiken im byzantinischen Stil, ST:AGNESE – weit draußen an der Nomentana und, im gleichen Gelände, das MAUSOLEUM der HL.CONSTANZE – kaum übertrieben sagen manche Romkenner:„Das schönste Gebäude Roms“. Lass Dich überraschen und nimm Dir genug Zeit für diese beiden!!!

Eine dritte Gruppe bilden die Kirchen in Trastevere: ST.CECILIA im Osten und ST.MARIA IN TRASTEVERE im Westen (hier auch hinter der Seitentür links kurz vor der Chorzone zwei kleine kostbar schöne römische Mosaike)     In beiden Kirchen stehen frühe Elemente nicht mehr allein – das lebendige Interesse an ihrem Gebrauch und Repräsentationswünsche der jeweiligen Kirchenherren fanden immer wieder Ort und Gelegenheit zu „Ergänzungen“ – nach unserem Geschmack Störungen. Oberhalb von Trastevere lohnt noch ST.PIETRO IN MANTORIO, eine kleine Renaissancekirche den Besuch – zumal in ihrem Hof das Tempelchen von Bramante lockt. Ganz anders empfanden wir den Besuch der „großen Kirchen“. Die uns in der Regel im Kleide der Renaissance begegnen.

Beginnen wir mit ST.MARIA SUPRA MINERVA – die einzige „gotische“ unter den Kirchen Roms, geadelt darüber hinaus durch Michelangelos „Christus der Erlöser“ und das Grab des Fra Angelico,setzen die Besuche in ST.MARIA MAGGIORE fort, die räumlich noch viel von ihrer früheren Gestalt bewahrt hat. Die Mosaiken im Obergaden des Mittelschiffs sind nur mit Fernglas zu entziffern, die im Portal (Eingang von außen links) sind durch Architekt Fugas neue Fassade stark gestört aber immer noch sehenswert. Das Apsismosaik ist schon eine individuelle künstlerische Arbeit (1295 Torriti) Die Ka-pellen und Altäre, Grabmäler und Dekorationen bilden zusammen ein unerschöpfliches Erlebnisfeld „für jeden Geschmack“ – und für den Gläubigen: die „Gebeine des Mathäus“, fünf Stücke von der Futter-krippe in der Jesus neu geboren lag, ein Bild, das Lukas mit der Hilfe von Engeln vom Herrn gemalt habe.

Wählen wir weiter unseren Weg zu ST.MARIA DEGLI ANGELI die erst im   17./18. Jahrhundert nach hinterlassenen Plänen des Michelangelo in die Thermenruinen des Diokletian hinein gebaut wurde, so begegnet uns eine gewaltige aber untypisch persönliche Raumkonzeption voller Kraft.

Ohne räumlichen Zusammenhang damit solltest Du irgendwann Gelegenheit suchen SAN PAOLO FUORI LA MURA und ST:GIOVANNI IN LATERANO zu besuchen: beides gewaltige Demonstrationen an Raum und baulicher Pracht Ergänzt werden die beiden Kirchen im Falle Paolos durch den großen Vorhof und den reichen Kreuzgang, Mosaiken des 6.Jahrh. , die allerdings sehr gelitten haben, und im Falle Giovannis durch das nahe Baptisterium,einen kräftigen Kreuzgang, Mosaiken aus dem 5.Jahrh,(versetzt und restauriert) und um eine Fülle weiterer kirchengeschichtlich und künstlerisch interessanter Artefakte ergänzt. (u.a.“Scala regia“)Beide gehen im Übrigen auf das 4.Jahrh.zurück – auch wenn man das so nicht sieht. Größer und voller ist dann nur noch ST.PETER himself!

Aber dies war nur erst ein kleiner Teil der Kirchenherrlichkeiten Roms. Viele Kirchen besucht man um besonderer Eigenheiten willen. Einige davon liegen im Westen der alten alten Stadt.

Beginnen wir wieder am Tiber: ST.ELIGIO DEGLI ORIFICIO an der kleinen gleichnamigen Nebenstrasse der Via Giulia gelegen von Raffael als Architekt (die Einzige) –nur Di.bis Fr. zwischen 10.und 12,CHIESA NOVANA und ST:ANDREA DEL VALLE, am Corso Vitt.E. – zwei reine Renaissancewerke voller Ernst, ST.MARIA DELLA PACE westlich Piazza Navona von Pietro de Cortona mit großer Kraft gestaltet mit Kreuzgang von Bramante, ST.AGOSTINOhart nördlich des Platzes mit Bildern von Raffael und Caravaggio, vom gleichen Maler – ein Höhepunkt – die Matheuskapelle in ST.LUIGI DEGLI FRANZISCANI. Ganz am Ende des nahen CORSO liegt ST.MARIA DEL POPOLO am gleichnamigen Platz:Auch hier alte Baustruktur und viele Schätze, darunter zwei Charavaggio, eine Kapelle von Raffael („Perle der Renaissance“).

Am Ende meiner „Führung“ kann ich nur den Rat wiederholen: Gehe in jede offene Kirche, – sind darunter doch noch ST.ANDREA AL QUIRINAL von Bernini, SAN CARLINO von Borromino, ST.MARIA D ARACOELI am oberen Ende der langen Treppe neben dem KAPITOL mit ihren alten Tempeln entnommenen Säulen usw.

Auf frühchristliche Kunst (!!!) in den Katakomben und an ähnlichen Orten will ich hier nicht eingehen, sie werden in allen Blättern breit gewürdigt. Auch die beiden Schwerpunkte: die kaiserlichen Ruinen im weiten Umfeld des Kolosseums auf der einen und den Vatikan-komplex findet jeder Rombesucher breit angeboten. Ein Hinweis zum Vatikan: Die zahlreichen hervorragenden Museen im Vatikan lohnen mindestens zwei Besuche.

Einige weiter Sammlungen sind eines Hinweises wert. Das kleineMUSEO BARRACCO am Corso V.E. zeigt herrlichste Skulpturen: Aus Syrien, Ägypten, Kleinasien und Hellas neben wenigen römischen Stücken. Historisch folgen die Etrusker: ausgebreitet in der VILLA GIULIA – Vieles und darunter viel sehr schönes, z.B. lockere Zeichnungen auf Spiegelrückseiten, sehr freie Kleinplastik, Giacommetti vorwegnehmend, unendlich dann die Menge der Keramik und das alles in einer schönen alten Villenanlage – im Ausbau begriffen.

Der Schwerpunkt der meisten ursprünglich und teilweise auch noch heute privaten Sammlungen liegt auf dem 14. bis 18.Jahrhundert. Die größte Breite und in beiden Fällen dargeboten in edelsten Räumen bieten der PALAZZO DORIA PAMPHILIA und die VILLA BORGHESE. Ich habe viele Bilder notiert- aber es sind zu viele: Geht hin und seht!

Zeugnisse aus römischer Zeit bietet das MUSEO NATIONALE ROMANO in den Resten der Thermen des Diocletian plus Kreuzgang nach Plänen des M.angelo und der als Museum neue PALAZZO MASSIMO am Vorplatz TERMINI mit Arbeiten aus römischer Zeit und hellenisches Erbe:(viele Kopien nach hellenistischen Skulpturen) werden hier vorzüglich ausgestellt – ergänzt durch ein oberstes Geschoss mit wunderbaren Fresken und Mosaiken – u.a. aus der Villa Livia –und Gold usw. im Souterrain.

Einen besonderen Rang nehmen die CAPITOLINISCHEN MUSEENin der Bauanlage die Michelangelo für den Capitolhügel konzipiert hat, ein. Neben Caravaggios Johannes der Täufer findet man hier die berühmten Skulpturen: Sterbender Gallier, Dornauszieher. Venus.

Rühmende Erwähnung verlangt auch die VILLA FARNESINA am Tiberufer in Trastevere mit Grotesken und der Galatea von Raffael.

Weitere Sammlungen 14.bis18./19 J.h. bieten PALAZZO CORSINI,PALAZZO SPADA – mit dem schönen Innenhof! _ und die Galerie in den Prunksälen des Palazzo Colonna – sowie der Ausstellungsbereich im Palazzo ROSPIGLIOSO, den wir nicht gesehen haben( nur 1 Tag im Monat offen) mit Arbeiten Caravaggio, Raffael, Botticelli, Rubens.

Nicht fehlen darf dann noch der Hinweis auf den PALAZZO BARBERINI mit den Treppenhäusern von Bernini und Borromino und dem großen Deckengemälde von Pietro di Cortona und vielenwichtigen Bildern in der Galerie.

Die GALERIA NATIONALE DÁRTE MODERNE hat uns etwas enttäuscht – dieser Komplex wird aber ja wohl jetzt in Zusammenhang mit dem Neubau von Zahah Hadid neu geordnet, SEHR sehenswert!

Etwas mehr als ein Kuriosum ist der Besuch der ENGELSBURG mit dem schönen Blick von dort aus auf Rom – ähnlich schön wie die vier berühmten Aussichtspunkte: PINCIO, VILLA MEDICI, GIANICOLO und der Blick vom Denkmal Vitt.Ema. an der Piazza Venezia

Zum Bummeln empfiehlt sich vor allem der Bereich zwischen PANTHEON und SPANISCHER TREPPE (mit den „Modestrassen“),der PIAZZA CAMPO DI FIORI (Pizza auf die Hand im „FORNO)zum Tiber hin einerseits und zur PIAZZA NAVONA andererseits.

Antiquarische Werkstätten im Strassenzug VIA GIOVANNI VECCHIA und VIA BIANCHI NUOVI, antiquarische Geschäfte in der VIA DEI CORONARI , das untere Trastevere und – – -das ganze restliche Rom. Ich erinnere keine Stadt, die so wenig “tote”Gegenden hat wie die 6 mal 7 km zentrale Fläche von Rom.

Wir fanden jedenfalls nach drei Wochen: Nun müssen wir aber dringend mal in Ruhe nach . . . ROM